Großes Moor bei Uchte

Größe

3.263 Hektar große Areal erstreckt sich auf Gebiete der Samtgemeinde Uchte und der Gemeinde Wagenfeld und ist Bestandteil des Europäischen Vogelschutzgebietes "Diepholzer Moorniederung"

Torfabbau

Über Jahrhunderte wurde im Großen Moor Torf mit der Hand gestochen, der der bäuerlichen Bevölkerung als Brennmaterial diente. Ab den 1920er Jahren setzte Torfabbau im größeren Maßstab ein. Um 1925 gründete der Bremer Kaufmann Werner Most ein Torfabbauunternehmen in Uchte, das Ende der 1990er Jahre seine Produktion einstellte. 1931 gründete die Wintershall AG das Torfwerk Gewerkschaft Uchte - Torfwerke am Fuchsberg bei Darlaten, das bis heute tätig ist. 1959 kam es im Großen Moor zu einem Moorbrand. Bis Anfang der 1960er Jahre wurde der Torf mit der Hand gestochen und zu großen Mieten aufgeschichtet.

Renaturierung

Anfang der 80er Jahre erste Maßnahmen zur Wiedervernässung der Flächen. Start des Niedersächsischen landesweiten Moorschutzprogramm,

Schutzstatus

Seit 2007 steht das Gebiet unter Naturschutz. Das Naturschutzgebiet (NSG) ist ca. 3.263 ha groß und liegt vollständig im Europäischen Vogelschutzgebiet "Diepholzer Moorniederung" und ist daher wichtiger Bestandteil des Europäischen Ökologischen Netzes "Natura 2000";

Das NSG "Uchter Moor" besteht in seinen zentralen Bereichen überwiegend aus derzeit noch in Abtorfung befindlichen Flächen, aus ehemaligen Abtorfungsflächen und aus Hochmoorflächen, die durch hochmoortypische Vegetationsbestände gekennzeichnet sind. Im Randbereich befinden sich einige naturnahe, unbewirtschaftete wie auch forstlich begründete und genutzte Waldbestände. Besonders im Übergang zwischen Moor- und Mineralboden erfolgt Grünland- und zum Teil auch Ackernutzung. Allgemeiner Schutzzweck für das NSG ist die Erhaltung, Pflege und naturnahe Entwicklung des "Uchter Moores" als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensgemeinschaften.

Das Große Moor liegt westlich von Uchte zwischen Bahrenborstel (7 km entfernt im Norden), Warmsen (5 km im Südosten), Diepenau-Essern (2 km im Südwesten) und Wagenfeld-Ströhen (7 km im Nordwesten). Einige Kilometer westlich, nordwestlich und nördlich wird das Große Moor von einem Abschnitt der Großen Aue passiert. Bäche, die diesem Fluss zustreben, entwässern das Moorgebiet.

Das Große Moor besteht aus diesen Teilmooren:

  • Burgmoor
  • Herrenmoor
  • Löhmoor

Naturschutzgeschichte

Erst nach Beendigung der Torfgewinnung werden die Flächen eingeebnet und durch Schließen der Gräben und Herstellen von Torfdämmen allmählich durch Regenwasser wiedervernässt. Und wo sich wieder Moorwasser befindet, stellt sich neues Leben ein. Doch reicht dieses bei weitem nicht an die des ursprünglichen Hochmoores heran.

Hochmoor bei Sonnenuntergang mit Wollgrasblüte

Um 1700 v. Chr. entstand im nordöstlichen Teil, dem Darlaten-Moor, ein bronzezeitlicher Moorweg aus Erlen- und Eichenstämmen. Über Jahrhunderte wurde im Großen Moor Torf mit der Hand gestochen, der der bäuerlichen Bevölkerung als Brennmaterial diente.

In den Jahren 2000 und 2005 wurde im Großen Moor im Uchter Ortsteil Darlaten bei Torfstecharbeiten die Moorleiche des "Mädchen aus dem Uchter Moor gefunden.

2006 entstand die heimatkundlich und touristisch ausgerichtete Moorbahn Uchter Moor. Gleichzeitig wurden ein Beobachtungsturm und Informationszentrum mit Café eingerichtet. Die Samtgemeinde Uchte hatte bereits 2001 Gleise eines ehemaligen Torfwerkes erworben. Das rund 10 km lange Streckennetz im Moor ist das längste Netz ähnlicher Bahnen in Niedersachsen.

Moorbahn