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Mittleres Wietingsmoor

Größe1.575 ha mit mindestens 30 cm Torfauflage (hochmoorgeologische Größe); Länge und Breite etwa 4 km
Torfabbaubäuerlicher und »industrieller« Handtorfstich bis in die 70er Jahre; industrielle Abtorfung bis 1995; Abbautiefe bis zu 1,30 m
Renaturierung1982 erste Maßnahmen durch die Diakonie Freistatt; 1999 umfangreiches Maßnahmenpaket mit EU-Mitteln LEADER+
Schutzstatus1.176 ha sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen, davon 1.140 ha als FFH- und 864 ha als EU-Vogelschutzgebiet benannt; der komplette Westrand hat keinen Schutzstatus
Mädesüß

Eine kleine Straße führt mitten durchs Moor. Selten können so unterschiedliche Eindrücke vom Relikt Hochmoor auf so kurzer Strecke beobachtet werden: Alte bäuerliche Handtorfstiche sind mittlerweile von großen Moorbirken beschattet. Industriell abgetorfte Flächen wurden vor Jahren wiedervernässt und erscheinen im Mai weiß vom fruchtenden Wollgras. Andere Bereiche wurden kurz vor der Jahrtausendwende mit Wasser überstaut. Hier sind Überreste der einst großen Birken und die ersten Erfolge der Renaturierung zu sehen.

Charakteristisch und einzigartig sind die großen, offenen Grünlandflächen im Zentrum des Mittleren Wietingsmoores. Nur wenige Bereiche dieser Flächen wurden von der Abtorfung im 20. Jahrhundert verschont. Heute wird das Hochmoorgrünland durch den Naturschutzbetrieb Freistatt extensiv bewirtschaftet.

Eigentümer dieser und weiterer Moorflächen im Mittleren Wietingsmoor ist die Stiftung Bethel. Vor rund 100 Jahren kaufte sie einen Großteil der Moorflächen, um für sozial benachteiligte Menschen eine Unterkunft und Arbeit zu schaffen – so entstanden die Ortschaften Freistatt, Heimstatt und Deckertau. Jahrzehntelang wurden in Handarbeit Entwässerungsgräben gezogen und Torfsoden gewonnen; auch als 1924 der maschinelle Torfabbau im Mittleren Wietingsmoor begann, blieb die Handarbeit Bestandteil der Arbeiterkolonie Freistatt.

Eine Broschüre über das Mittlere Wietingsmoor mit Informationen über den Kranich finden Sie hier.

Beobachtungstipps zur Kranichbeobachtung im mittleren Wietingsmoor finden Sie hier.

Text des BUND Diepholzer Moorniederung - www.bund-dhm.de


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